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Peer Steinbrück MdB, Bundesminister a. D.

Peer Steinbrück MdB

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15.09.2009

Finanzmärkte sind kein Casino!

Foto: Peer Steinbrück

Vor einem Jahr brach die US-Bank Lehman Brothers zusammen. Das Beben erschütterte die ganze Welt. Auch Deutschland. Auch wir schnürten richtigerweise Maßnahmenpakete, um Banken- und Finanzmärkte zu stabilisieren. Was wäre passiert, hätten wir einen zweiten Zusammenbruch der Lehman-Dimension zugelassen? Ein unvorstellbarer Dominoeffekt unter den Banken hätte die Folge sein können. Es kam in dieser gefährlichen Situation auf den Staat an. Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat zogen in diesen Wochen an einem Strang und zeigten Handlungsfähigkeit.

Außerdem mussten wir die Folgen der weltweiten Rezession auf die Wirtschaft und die Arbeitsplätze abmildern. Wieder kam es auf den Staat an. Denn nur er konnte eine Brücke über das Konjunkturtal bauen, nur er sich antizyklisch gegen den Abschwung stemmen. Es war richtig, auch wenn es zähneknirschend mit neuen Schulden finanziert werden musste.

Die Verursacher müssen Verantwortung übernehmen

Ein Jahr nach der Zäsur: Die Aufräumarbeiten haben längst begonnen, einige sehen schon erste Anzeichen für eine Erholung der Wirtschaft. Das sind gute Nachrichten. Jetzt stellt sich aber die Frage: Wer zahlt die Zeche? Die Bundesregierung hat im Vorfeld des Weltwirtschaftsgipfels in Pittsburgh darauf gedrängt, dass die Verursacher an den enormen Kosten beteiligt werden.

Das Beben vom 15.9. zeigt: Finanzmärkte sind kein Casino, wir brauchen strengere Regeln. Hieran arbeiten Politiker auf der ganzen Welt. Wir brauchen aber auch einen Wandel in den Köpfen, wir brauchen Märkte mit Moral: Hierfür kommt es auf alle an, vor allem auf die Finanzmarktakteure und auch Anleger.

Die oftmals gescholtene Politik hat nach dem Lehman-Desaster bewiesen, dass sie verantwortungsvoll, schnell und effektiv handeln kann. Jetzt ist die Zeit, dass die Banken und Investoren dasselbe beweisen. Wer Vertrauen verspielt hat, muss es auch selber wieder gewinnen.

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